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Der Tag an dem ich Dale kennenlernte
Postdatum: Do Feb 19 2015, 15:06

Ich wollte euch mal meine neue Geschichte vorstellen, mit der ich auch beim Wettbewerb antrete :) Bitte schreibt doch, wie ihr sie findet. Kritik ist immer Willkommen!

Kurzbeschreibung (für diejenigen, die sich noch nicht sicher sind, ob sie sich Zeit für die Geschichte nehmen wollen):
Es geht um Audrey, eine junge Elfe die gerade erst erwachsen geworden ist. Plötzlich entdeckt sie, dass ihr Flüge wachsen, wenn sie springt. So verbringt Audrey den ganzen Tag damit durch die Gegend zu fliegen. Bis plötzlich Dale in ihr Leben tritt...

Der Tag an dem ich Dale kennenlernte



Hallo Gast ! Setz dich doch, nur keine falsche Scheu. Mein Name ist übrigens Audrey. Was möchtest du hören? Oh, eine Liebesgeschichte. Na klar, ich kann dir erzählen wie ich Dale kennenlernte. Also, alles begann wie ich mit Rowena in meinem Zimmer saß. Sie sagte: „Audrey, es wird Zeit", und warf ihr langes blondes Haar zurück und sah mich auffordernd an. Ihre blauen Augen, die mich immer an einen erfrorenen See erinnerten, versuchten mich zum Sprechen aufzumuntern. Doch ich schwieg beharrlich, sie hätte bei einem Kieselstein bessere Chancen auf ein Gespräch gehabt.
„Audrey, wie willst du denn je wieder glücklich werden, wenn du mit niemanden darüber sprichst?“
Ich hob eine Augenbraue an und sah sie aus meinen giftgrünen Augen an. Rowena war eine der älteren Elfen von uns, sie war so etwas wie eine Seelentrösterin. Wenn jemand traurig war, ging er zu Rowena. Meistens aber stand Rowena sofort auf der Türschwelle, wenn jemand Kummer hatte, noch ehe du hättest Elfe sagen können. So war es auch bei mir gewesen: Gerade noch hatte ich etwas erlebt, was ich eigentlich nie hatte erleben wollen. Das einzige was ich nun brauchte, das war meine Ruhe. Doch Rowena schien das nicht zu verstehen. Manchmal fragte ich mich, ob sie nicht doch besser etwas anderes hätte werden sollen. Bei uns gab es schließlich noch anderes, als Seelentröster. Zum Beispiel gab es da die Pflanzer, die kümmerten sich um unser Essen. Sie waren fast den ganzen Tag bei ihren Beeten und pflanzten, gruben, hegten und pflegten alles, was es darin gab. So kam auch  schließlich das beste Essen auf unsere lange Tafel.
Natürlich waren da auch noch die Botschafter, es handelte sich dabei um eine Gruppe, die sich ab und zu unter die Menschen mischte. Was sie da genau taten war unterschiedlich. Manchmal unterhielten sie sich mit den Haustieren und Kindern, oder brachten Botschaften zu manch jung gebliebenen Erwachsenen.
Da gab es auch noch die Abenteurer, sie waren oft und lange im Wald unterwegs und sorgen dort nachdem Rechten. War ein Tier verletzt oder in einer Falle gefangen, so waren die Abenteuerelfen zur Stelle. Wieso die Abenteurer hießen? Ganz einfach: Sie waren auch auf der Suche nach anderen Welten. Wir waren alle davon überzeugt, dass es einen Weg von unserer guten alten Erde gab, der auch zu anderen Planten führte. Oder in eine andere Dimension. Nun war es auch nicht ganz ungefährlich danach zu suchen, immerhin konnte eine von uns auch für immer verschwinden.
Nun klingt es vielleicht so, dass jede Elfe sich für eine der Arbeiten entscheiden und dort für immer bleiben muss. Aber so ist es nicht, denn manche  Elfen wechseln ihre Aufgaben täglich. So kann es auch vorkommen, dass ein Abenteurer am nächsten Tag ein Pflanzer ist.

„Audrey, hörst du mir überhaupt zu?“, Rowena wedelte ungeduldig mit einem Buch vor meiner Nase. Verärgert nahm ich ihr das Buch aus der Hand. „Ich war in Gedanken. Und wieso glaubst du eigentlich, dass ich scharf darauf bin dir alles zu erzählen?“
Rowena wirkte für einen kurzen Moment überrascht. „Weil es dir danach besser geht. Ich spür doch, dass dich etwas bedrückt. Und Gespräche sind immer noch die beste Therapie. Verstehst du, Audrey Haleigha?“
Oho, sie meinte es ernst. Haleigha war mein Elfenname. Jede von uns hatte noch einen zweiten Name, wenn wir jemand mochten und vertrauten, so teilten wir dieser Elfe den zweiten Namen mit. Jedenfalls antwortete ich brav: „Ich muss mich lediglich daran gewöhnen nun erwachsen zu sein, das ist alles“, sagte ich und hoffte inständig, dass Rowena nun Ruhe geben würde.
„Lass dir Zeit, du gewöhnst dich daran“, sagte Rowena mit einem kleinen Lächeln im Gesicht und verließ – zu meinem größten Erstaunen – das Zimmer.

Erleichtert stand ich auf und ging zu meinem Bett. Es war ein Astgestell und war mit Moos gepolstert. Als Decke diente ein getrocknetes Ahornblatt. Ich legte mich hin und dachte an den gestrigen Abend.  In einem Kleid aus weißen Rosenblüten bin ich zudem großen Saal gegangen, die Haare zu einer aufwendigen Frisur nach oben gesteckt. Meine Aufregung war nicht zu übersehen, meine Hände zitterten leicht und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Sicher hatte ich schon von dem kleinen Fest gehört, doch ich selbst war noch nie dabei gewesen. Es war für mich immer eine grausige Vorstellung erwachsen zu sein, und so verkroch ich mich immer in meinem Zimmer ohne weiter auf die verwunderten Fragen einzugehen, warum ich nicht auf das Fest ginge. So bekam ich nicht nur den Spitznamen „Audrey, das ewige Kind“, sondern auch „Audrey, die Außenseiterin“.

Es war mir egal, wie andere mich nannten. Doch ich konnte mich nicht vor dem Fest drücken, wenn ich die Hauptelfe sein würde. Die Elfe, die nun ihren 16. Geburtstag hinter sich gelassen hatte und nun als erwachsene Elfe galt. Ich hatte mal von den Botschaftern, die sich ja manchmal zu den Menschen gesellten; ich hatte von ihnen gehört, dass die menschlichen Heranwachsenden erst mit 18 erwachsen waren. Und als ich vor der Saaltür stand, die Hand auf der Klinke, wusste ich auch wieso. Ich wäre lieber erst in zwei Jahren in dieser Situation gewesen. Doch nun ließ es sich nicht ändern. Mit einem Ruck öffnete ich die Tür zum Saal und stand drinnen. Wie in jedem unserer Elfenhäuser war der Boden aus Holz, ebenso die Wände. Doch überraschenderweise war in der Mitte ein kleiner See, nichts weiter als ein Tümpel. Dunkelrote Rosenblüten schwammen darinnen. Die Sterne waren bereits vollzählig am Himmel erschienen und so war der ganze Raum dunkel, nur etwa zehn Kerzen spendeten Licht. Ich schritt zu dem See hin, kniete davor nieder und streckte eine Hand hinein. Das schwarze Wasser verschluckte sie und ich sah nur einen verschwommen Schimmer der andeutete, dass sich meine Hand dort befand. Zögerlich zog ich sie aus dem kühlen Nasse und schob ein paar Rosenblätter beiseite. Nachdenklich betrachtete ich mein Spiegelbild. Meine grünen Augen, die sonst so giftgrün leuchteten waren auf einmal dunkelgrün.  `Wahrscheinlich eine Täuschung´, dachte ich. Mit der trockenen Hand strich ich über mein braunes Haar und entfernte die Haargummis und Haarnadeln. Lang und leicht gewellt fiel mir meine Mähne über die Schulter, sie reichte mir fast bis zur Hüfte. Ich zog die Hand aus dem Wasser und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ich bin bereit“, murmelte ich.

In diesem Moment lösten sich Gestalten aus den Schatten, die sich als Elfen entpuppten. Sie kamen langsam und bedächtig auf mich zu und setzten sich mir gegenüber hin. Ohne einen Laut deutete die eine Elfe, sie hieß Nora, auf den Tümpel. Fragend hob ich eine Augenbraue. In Gedanken sagte Nora mir, dass ich tauchen sollte. Wir Elfen hatten alle die Gabe, uns auch ohne Laute zu verstehen. Ein wenig verwundert streifte ich mein Kleid ab und stieg in den Tümpel. Meine Füße fanden kein Halt, das Wasser war also tiefer als ich dachte. Tief luftholend tauchte ich in das eiskalte Nass. Als ich den Grund des Tümpels erreichte, rechnete ich mir aus, dass ich dreimal so groß sein müsste, um dort drinnen stehen zu können und trotzdem noch an der Oberfläche zu sein. Die Luft wurde knapp, doch ich begann trotzdem den Boden abzutasten. Wozu hatten wir schon den Tast-Sinn? Ich spürte, dass dort etwas Verborgenes lag. Und richtig: Nachdem ich den Grund abgegrast hatte, bekamen meine Hände plötzlich einen kleinen Gegenstand zu fassen. Ohne weiterdarüber nachzudenken schwamm ich zurück an die Oberfläche. Nach Luft schnappend hievte ich mich aus dem Tümpel und blieb liegen. Mir fiel der Gegenstand wieder ein und ich öffnete meine zur Faust geballte Hand. Es war eine kleine Kette, die im Kerzenschein golden leuchtete. Eine der Elfen nahm sie mir aus der Hand und band sie mir um. Wie aus dem nichts rieselte es Staub von der Decke, die zum Sternenhimmel verzaubert war. Es schien, als würden sämtliche Sternschnuppen auf mich hinabrieseln. Sie blieben in meinem nassen Haar hängen und legten sich wie ein Schleier um meinen Körper. Ich setzte mich auf und genoss es, in diesem funkelnden Etwas zu sitzen und nun erwachsen zu sein. Plötzlich wurde mir bewusst, was mich die ganze Zeit bedrückt hatte. Ich war weder ein Kind, noch eine erwachsene Elfe. Es kam mir so vor, als triebe ich im Nichts. Doch nun war ich erwachsen. Ein Lächeln umspielten meine Lippen als ich aufstand. Noch nie hatte ich mich so stark gefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich könne alles auf der Welt verändern was ich wollte. Ich drehte mich einmal und der silberne Rock den ich an hatte, drehte sich mit. Ich konnte immer noch nicht glauben, nun zu den Erwachsenen zu zählen. Doch es war so. Wahrhaftig und wirklich. Wieder drehte ich mich im Kreis und erneut schwang das Kleid aus den silbernen Sternschnuppen mit. Ich setzte mich wieder hin und sah die Elfen an. Nein, ich sah sie nicht an: Ich strahlte sie an, denn so glücklich wie in diesem Moment war ich bisher noch nie. Auch die Elfen lächelten.  Wir schwiegen. Niemand wagte den Klang der Stille zu brechen. Doch schließlich sagten die Elfen in Gedanken: „Wir wünschen dir alles Gute auf deinem Lebensweg, möge alles Glück der Welt dich begleiten.“ Sie standen auf und verließen den Saal. Ich blieb alleine zurück. Mein Herz klopfte immer noch wild, doch nicht mehr vor Angst, sondern vor Freude. Endlich erwachsen.

Ich betrachtete den Anhänger meiner Kette. Das kleine, goldene Herz lag warm und leicht in der Hand. Ich drehte es im Kerzenschein hin und her. Mir fiel auf, dass etwas auf der Rückseite eingraviert war. Ich ging näher zu einer der Kerzen und lass überrascht meinen Namen. Audrey.
Genau wie an jenem Abend betrachtete ich auch jetzt die Kette. Auch das Kleid hatte ich noch an und plötzlich bekam ich große Lust etwas zu unternehmen. Ich öffnete mein Fenster, stellte mich auf das Fensterbrett und sah in die Tiefe. Wir wohnten alle in einer riesigen Eiche. Am Boden konnte ich die Beete sehen und die Pflanzer, die sich darum kümmerten. Ich weiß nicht mehr genau, was ich da tat, doch plötzlich sprang ich. Ganz bestimmt nicht wollte ich als zerknitterte Elfe vom Boden aufgehoben werden, doch ich konnte nicht anders. Ich musste springen. Und plötzlich merkte ich, wie sich etwas auf meinem Rücken bewegte. Mir waren Flügel gewachsen! Jubelnd schoss ich über die Beete hinweg und flog zwischen den Bäumen hindurch. Der Wind zerzauste mein Haar und zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich frei. Frei. Dieses Wort hatte ich so gut wie noch nie benutzt. Doch nun tat ich es, denn ich war wirklich und wahrhaftig frei. Die Sonne schien von einem wolkenlosen Sommerhimmel, überall grünte es. Die Vögel sangen ein Lied, das ich mal wieder nicht verstand, doch es hörte sich wunderschön an. Ein Specht klopfte an einem Baum, Rehe sprangen durch das wildwachsende Gras – mir war nie aufgefallen wie schön die Welt doch war. Nun sah ich alles aus anderen Augen. Der gestrige Abend hatte mich sehr verändert. Wie, wie weit, warum, wieso und weshalb – ich wusste es nicht. Aber ich spürte es. Vielleicht weil ich kein Nichts mehr war, sondern eine erwachsene Elfe?

Den ganzen Tag flog ich durch die Wälder, kletterte auf den Bäumen und schwamm durch Flüsse. Als ich schließlich erschöpft in einer Astgabel niedersank, schlief ich sofort ein.

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Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Gähnend setzte ich mich aufrecht hin und fasste zu meinem Rücken. Erschreckt stellte ich fest, dass die Flügel verschwunden waren! Doch dann rief eine innere Stimme, dass die Flügel nur beim Fliegen da sein würden und ich war wieder beruhigt. So nahm ich mir eine Buchecker und begann ein Stück abzubeißen. Noch ahnte ich nicht, dass dieser Tag der glücklichste meines Lebens sein würde. Alles begann damit, dass ich versuchte neue Arten des Fliegens zu lernen. Als ich von der Astgabel sprang, waren die Flügel noch in derselben Sekunde wieder da. Ich übte mich in Sturzflügen, bis ich plötzlich kopfüber in einem Matschloch steckte. Dann war plötzlich er da. Ich spürte, wie mich jemand aus dem Loch zog. Ich wischte mir den Schlamm aus den Augen und drehte mich um – noch nie hatte ich so warme, braune Augen gesehen. Es lag so viel Weisheit und Sympathie darinnen, nicht zuletzt auch Liebe. Ja, liebevoll blickten mich diese braunen Augen an. Nachdem ich mich von diesen wunderbaren Augen losgerissen hatte, betrachtete ich den ganzen Elfen. Das dunkelbraune Haar glänzte mit der Sonne um die Wette, es war kurz aber auch nicht so kurz, dass es hässlich wirkte. Das frechste Lächeln das ich je gesehen hatte lag auf seinen Lippen. Doch zugleich war es auch liebevoll, genauso wie sein Blick. Er sagte etwas, doch ich musste erst mal in die Wirklichkeit zurückkommen um zu verstehen, was er gesagt hatte.
„Mein Name ist Dale“, sagte er.
„Audrey“, wisperte ich. „Mein Name ist Audrey.“
„Audrey“, sagte Dale bedächtig. „Ein schöner Name. Wieso fliegst du eigentlich kopfüber in ein Schlammloch?“
Ich musste grinsen und ärgerte mich darüber, dass ich wahrscheinlich total schmutzig aussah. „Um von dir rausgezogen zu werden“, erwiderte ich – und wie mussten beide lachen.
„Komm mit, dort hinten ist ein kleiner Bach wo du dich waschen kannst.“

Dale führte mich zu dem Bach und ich schwamm darinnen um den Schmutz loszuwerden. Ich setzte mich neben Dale auf einen Stein und wir fingen an uns zu unterhalten. Dale stammte offenbar von einem anderen Elfenstamm, weit weg von meinem eigenen. Er war ein Weltenbummler und war auf der Suche nach etwas. Er wollte nicht sagen was es war. Auf die Frage, ob er hierher geflogen sei, antwortete Dale: „Ich warte noch darauf, dass mir Flügel wachsen. Angeblich geschieht das nur nach meinem 16. Geburtstag.“
„Und wann ist der?“, fragte ich neugierig.
Und Dale antwortete stolz: „Morgen, Audrey, morgen.“
Wir redeten weiter über die Welt, was alles geschah und was wohl passieren wird. Wir überlegten, wie wohl die Zukunft sein wird. Dale meinte traurig, dass wir wohl nur abwarten könnten, was wohl passieren wird. Ich meinte daraufhin nur, dass wir das nicht tun müssen. Einen kleinen Teil können wir immerhin selbst bestimmen. Er sah mich an. Ich sah ihn an. Lange sahen wir uns an. Keiner von uns wagte den Klang der Liebe zu brechen.

„Hand auf’s Herz“, sagte Dale schließlich. Leise und liebevoll sagte er es. Er legte seine Hand auf meine Brust und spürte mein wildschlagendes Herz. Meine rechte Hand wanderte zu Dale und ich spürte auch sein Herz schlagen. Lange saßen wir so da und lauschten unseren Herzen.
„Unsere Herzen schlagen gleich“, sagte ich und fing an zu lächeln. Dale lächelte auch. Unsere Gesichter näherten sich. Unsere Lippen berührten sich und zugleich war es, als würden tausend Schmetterlinge in mir fliegen. Wir ließen voneinander los und ich sagte leise: „Ich liebe dich, Dale. Ich liebe dich.“ Daraufhin küssten wir uns erneut.

Nach einem wundervollen Tag mit Dale kam eine nicht minder schöne Nacht. Wir lagen in einer Wiese, neben uns wuchsen wunderbare Blumen wie ich sie noch nie gesehen hatte. Über uns der nächtliche Himmel mit all seinen zauberhaften Sternen, die Milchstraße war direkt über uns. Es roch nach den Blüten, Gras, Erde und nach Dale. Ja, das Beste war Dale. Neben dem Rascheln der Tiere und der Blätter hörte ich die ruhigen Atemzüge von Dale. Schlief er? Ich strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und er öffnete die Augen. Nein, er schlief nicht. So oft hatte ich diesen Spruch gehört, dass die Nacht finster sei. Doch die Sterne waren heller als alles andere. Und mir kam der Gedanke, dass es mit Dale niemals dunkel werden kann. Ich sah in seine Augen. Seine wunderschönen braunen Augen.
„Du bist so wunderschön“, flüsterte Dale und strich mir sanft über die Wange.
„Aber du bist tausendmal schöner“, wisperte ich liebevoll. „So wunderschön wie Diamanten im Himmel.“
„Audrey, erinnerst du dich noch was ich dir erzählt habe?“, fragte Dale streichelte meine Wange.
„Was?“, hauchte ich.
„Ich habe dir erzählt, dass ich auf der Suche nach etwas war.“ Dale schwieg wieder und sah zu dem Sternenhimmel hinauf. „Ich war auf der Suche nach…“, wieder stockte er und sagte dann hastig: „Ach, vergiss es.“
Ich nahm seine Hand. „Nein, erzähl“, wisperte ich.
Dale holte tief Luft und wich meinem Blick aus. „Es ist albernd“, sagte er leise.
Mit meiner anderen Hand fasste ich ihn am Kinn und sagte: „Ich liebe dich. Und wenn wir uns albernde oder peinliche Dinge erzählen, dann wird das wohl kaum unsere Liebe schwächen.“
Dale lächelte. „Ich war auf der Suche nach der wahren Liebe. Es ist nämlich so, dass die Elfen in meinem Alter immer drängen, dass ich mich verlieben sollte. Sie selbst hatten schon mit 12 Freundinnen, obwohl sie eigentlich noch viel zu jung dafür waren. Ich habe da nicht mitgemacht. Doch in letzter Zeit sehnte ich mich nach der wahren großen Liebe, so bin ich auf Reisen gegangen. Und dann entdeckte ich plötzlich eine Elfe die kopfüber im Schlamm steckte und Hilfe brauchte…“
Wir mussten beide kichern.
„Und als ich dieser Elfe in die warmen grünen Augen sah, wusste ich, dass mein Herz fortan dir gehört…“
Ein wenig verlegen sagte ich: „Bisher hatte ich nicht mal annähernd an die Liebe gedacht. Bis ich dich sah… und als ich in deine Augen sah… wusste ich plötzlich was wahre Liebe ist. Ich liebe dich mehr als alles andere auf dieser Welt, Dale…“ Wir kamen uns wieder näher und küssten uns.

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Noch ehe die ersten Strahlen der Sonne unsere Gesichter erwärmten, fingen die Vögel an zu singen und weckten uns. Ich tastete nach Dale. Ja, da lag er. Ich kuschelte mich eng an ihn und so blieben wir liegen, bis die Sonne über den Bäumen erschien. Erst dann standen wir auf und gingen zum Fluss, um dort zu schwimmen. Obwohl das Wasser kälter schien, als eine Winternacht, verging uns nicht die Freude. Ich wünschte, wir hätten die Zeit für immer anhalten können. Mein ganzes Leben erschien mir bisher grau und finster, doch Dale hatte Licht und Farbe hineingebracht. Ich wusste: Ohne ihn könnte ich nicht mehr leben.
Als wir beide auf den langen, flachen Steinen lagen und uns wärmten, fragte Dale mich woran ich wohl dachte. Ich sagte, dass es nur vier Wörter gäbe, die mir durch den Kopf schossen. Dale wollte wissen, was für Wörter dies seien.
Ich beugte mich zu Dale hinüber und flüsterte: „Ich liebe dich, Dale.“
„Ich liebe dich auch, Audrey, mehr als alles andere in allen Universen“, sagte Dale sanft.
„Hast du eigentlich auch einen zweiten Namen?“, fragte ich ein wenig scheu.
Dale verzog das Gesicht. „Ja, aber der ist nicht so schön.“
„Bei meinem Elfenstamm“, begann ich zu erzählen, „dort tragen wir alle den zweiten Namen aus einem bestimmten Grund. Aber nur diejenigen, denen wir wirklich vertrauen und die wir auch mögen; nur die wissen von unserem zweiten Namen.“ Ich rutschte noch ein Stückchen näher. „Dale, ich heiße mit vollen Namen Audrey Haleigha.“
„Audrey Haleigha“, sagte Dale bedächtig. „Das Haus der aufgehenden Sonne.“
„Was?“, ich war verwirrt. „Haus der aufgehenden Sonne?“
„Das bedeutet Haleigha“, erklärte Dale. „Und es entspricht der Wahrheit, mein Sonnenschein“, er küsste mich auf die Wange. „Mein ganzer Name ist Dale Lucian, aber ich werde lieber Dale genannt.“
„Und was bedeutet Lucian?“, fragte ich neugierig.
„Beim Sonnenaufgang geboren“, sagte Dale und lächelte besonnen. „Wie ähnlich doch unsere Namen sind…“

Wir sprangen wieder in den Fluss und begannen zu schwimmen. Ich sah immer wieder zu Dale um mich zu vergewissern ob er noch da sei. Er war da. Dort schwamm er neben mir, sah mich liebevoll mir seinen braunen Augen an und wir lächelten uns zu. Ich begann zu tauchen, als ich wieder oben war, um Luft zu holen, sah ich wie etwas auf Dale zu trieb. Ich wollte etwas sagen, ihn warnen, doch da war es zu spät. Das Etwas, es war nichts anderes als ein ziemlich großer Ast, erwischte Dale am Kopf. Er ging unter wie ein Stein. Ich schwamm schnell auf ihn zu und tauchte an der Stelle, wo ich ihn zuletzt gesehen hatte. Meine Hände bekamen Dales Arm zu fassen und ich nahm all meine Kräfte zusammen, um ihn hochzuziehen. Wieder wurde die Luft knapp und meine Lunge brannte wie Feuer. Mir wurde schwarz vor Augen. Einen kurzen Moment trieb ich im Nichts. Ich war bereit aufzugeben. Sollte ich doch sterben. Dann sah ich Dale vor mir. Seine warmen braunen Augen. Sein liebevolles Lächeln. Und ich kam wieder zu mir und zog mit einem Ruck meinen Geliebten aus dem Fluss. Hustend schwamm ich ans Ufer und legte Dale auf den Rücken. Er hatte die Augen geschlossen und sah blass aus.
„Oh Dale, bitte! Tu mir das nicht an!“, Tränen flossen über mein Gesicht, doch ich merkte es nichts. Da war nur der pochende Schmerz in meinem Herzen. Wie ein Feuer brach es aus und schmerzte bitterer, als sonst etwas in diesem Universum. „Dale, verlass mich nicht!“, brüllte ich und rüttelte ihn an der Schulter. Mit meinen Fäusten trommelte ich verzweifelt auf seiner Brust. Plötzlich geschah das Wunder: Dale hustete und spuckte Wasser aus. Er sah mich an und lächelte.
„Audrey“, sagte er. Mehr nicht. Nur meinen Namen, doch es reichte um mein Fass der Liebe zum Überlaufen zu bringen. Ich hielt ihn fest in den Armen und wollte ich nie wieder los lassen. Nie wieder. Nie.
„Audrey, ich bin erwachsen“, sagte Dale schließlich schwach.
Ich ließ ihn los, nahm seine Hände und sah meinen Geliebten verwundert an. Dale stand auf und sah an sich hinab. Sein Gewandt hatte sich verändert. Nun trug er einen Mantel aus Seide, alle Farben des Blaus glänzten darauf. Um den Hals hing eine goldene Kette, als Anhänger ein Herz. Die Kette sah genauso aus wie meine! Ich stand auch auf, drehte die Kette um und las was darauf stand.

Audrey und Dale, für immer in Liebe zusammen.

Ich drehte meine eigene Kette um. Die Schrift hatte sich verändert. Es stand dasselbe darauf, wie auf Dales Kette. Wir sahen uns an.
„Audrey“, sagte er und kam näher. Er legte die Hand um meine Hüfte und unsere Nasen berührten sich. „Wollen wir zusammen sein?“
„Ja, Dale! Ja, ich will! Ich will!“, ich legte meine Hände um seinen Hals und wir küssten uns.  
Im selben Moment veränderte sich unsere Kleidung, ich trug nun ein leichtes Kleid das die Farbe von Gold hatte. Weich umhüllte es mich und gab mir das Gefühl von Sicherheit. Mit den Händen ertastete ich meine Frisur, ich spürte die Brosche eines Schmetterlings in meinem Haar. Mein Blick schweifte zu Dale, der einen goldenen Umhang trug. In seinen Haaren lag silberner Staub, derselbe der auch mich bestäubt hatte, nachdem ich in dem Teich getaucht war und die Kette entdeckt hatte. So ende ich die Geschichte mit den Worten: „Audrey und Dale, für immer in Liebe zusammen.“


Ende
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Es ist nicht leicht, sich gegen Autoritäten durchzusetzen. Doch manchmal muss man sich dazu durchringen, wenn man erwachsen werden will.

James T. Kirk aus Star Trek - der Friedensstifter
Silberstreif
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17

DonnerClan
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Der Tag an dem ich Dale kennenlernte

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